DU+MUSIK #078

Da ist es also, dieses Ostern.
Wichtige Nummer für alle Gläubigen, komplette Partyschranke für die Nachtleben-Hasen.
Die Idee hinter einem Tanzverbot erschließt sich mir nicht bis ins allerletzte Detail – zugegeben natürlich auch, weil ich dann nicht das tun darf, was viele Menschen glücklich macht. Ja, es ist eine wichtige Person von uns gegangen – kommt ja aber wieder. Ja, Trauer ist angebracht – ist ja aber keine 72 Stunden später schon wieder rum, die Nummer. Ich hab ja ehrlich drauf gewartet, dass der Frettchenträger in Übersee die ganze Sache als „just Fake!“ tituliert und im Zuge dessen „North Carolina“ einebnet… ouh halt, North Korea. Vorsicht D-Man, Verwechslungsgefahr!

Und um jetzt mal noch den letzten Wachturmverteiler gegen mich aufzubringen: In manchen Kulturen werden die Toten durch Tanzen und Feiern geehrt. Finde ich den durchaus spannenderen Ansatz. Und ist die vielleicht grundsätzlich positivere Lebensbewältigung, so gegen das „wir sind alle schlecht und müssen leiden“-Prinzip. Wird schon werden.

Aber was red‘ ich – solche Diskussionen entbehren jeder Grundlage in einer Region, die sich regelmässig in nicht gebietstypische Kleidung presst, um in kirchenähnlichen Gebäuden (vor allem größentechnisch, ganz ruuuuhig) messeähnliche Rituale (in Ablauf und musikalischer Ausrichtung) zu zelebrieren… Oder anders gesagt: Sich auf dem Wasen besaufen. Hätte ich es etwas neutraler formuliert, wäre der Unterschied auf den ersten Blick vermutlich noch geringer. Hell yeah. Let my people go.

DU+MUSIK #077

Ja gut – sehr lustig… genau wie neulich in meiner runtastic-App war genau ein Jahr Pause. Da war es durch die Gegend rennen, hier halt Daumengymnastik aka „Voll fancy was mit nem Musikblog, Alda…“. Sei es drum. Don’t call it a comeback. Hat schon LL Cool J damals gedroppt – der muss es ja wissen.

Ich hab es erst heute als meine „Droge“ bezeichnet: Auflegen. Ich hab es inzwischen deutlich besser im Griff und werde nicht hibbelig, wenn ich mal keinen Gig habe. Letztlich ist auch der Ort inzwischen deutlich weniger relevant geworden. Vor ein paar Tagen habe ich für befreundete HandballerInnen eine Party in einem Jugendhaus gespielt – gut, nicht in irgendeinem: Es war mit eines der ersten Jugendhäuser, in dem ich vor über 20 Jahren nach ein paar Klassenparties angefangen habe, größeres Publikum zu bespaßen.
Surrealer Moment, ich schwöre. Zumal da auch noch ein altes Graffitti im Hauptraum war von damals. Ein völlig euphorisierter, sehr glücklicher Typ, der ne Beckerfaust macht. Achtung, Symbolbild 😉
Ich bin reingelaufen und hatte spontan einen Rücken wie ein Mohnbrötchen… Gänsehaut lügt nicht.

Und der Abend war einfach schön. Da sind Leute auf der Party gewesen, die hat es bei meinem ersten Gig in dem Jugendhaus noch gar nicht gegeben oder sie waren bestenfalls in Planung – oder Milch im Supermarktkühlregal.
Aber wir sind gemeinsam um 6 Uhr morgens da raus – nach mehr als 8 Stunden Party. Glückliche Gesichter, verschwitzte Körper, durchgetanzte Nacht… mit Sound. Die Essenz dessen, was es für mich immer noch ausmacht.
Ich kann es nicht erklären, nicht greifbarer machen, nicht präziser formulieren – man muss es erleben. Dieses Mohnbrötchen-Gefühl.

Cheers, Basti